Archiv des Tags ‘Zukunft’

“Hallo erstmal…”

Maria am Dienstag, den 19. Januar 2010

Na großartig! Noch keine 2 Sekunden dabei und schon der erste Fauxpas… Ich möchte natürlich nicht den Eindruck erwecken, als wollte ich hier Größen der Comedy-Szene Konkurrenz machen oder gar (strg+c)-technisch Erfolg verbuchen.Nein, eigentlich will ich mich einfach erstmal vorstellen, eben „Hallo“ sagen: 

Ich heiße Maria, bin 26 Jahre und arbeite als studentische Aushilfe bei der AS&S Radio GmbH im Marketing. Nebenberuflich…äh hauptsächlich studiere ich Soziologie und Marketing an der Uni in Mainz. Und nein, ich habe keine Ausbildung vorher gemacht, promoviere auch nicht zum 2. Mal und versuche auch nicht empirisch zu evaluieren nach wie viel Jahren mich alle Profs mit High-5 auf dem Campus begrüßen! Ich bin nämlich “schon“ SCHEINFREI!!!! und befinde mich in der echten, ernsthaften Diplomprüfungsphase! Denn besser spät als nie… Und außerdem sollte man ja Studienortwechsel und Praktika und Arbeiten nicht unterschätzen! Wie auch immer, ermöglichte mir meine persönliche Scheinbefreiung Anfang 2009 nach Frankfurt zu ziehen und dort in den Dienst des Radio-Marketing zu treten. Seit dem 1. Mai 2009 bin ich also nun Aushilfe bei der AS&S und seitdem meine Freundin Alex(andra – aber das sagt niemand!) ENDLICH von ihrem Auslandspraktikum in Singapur zurück gekommen ist und ihre Arbeit bei der AS&S wieder aufgenommen hat, bemühen wir uns je 2 Tage die Woche in den Büros auf dem HR-Gelände die Weltherrschaft an uns zu reißen. Der verschlüsselte Code in den MA-Zahlen ist schon fast geknackt und die Allmacht über sämtliche PP-Präsentationen im 2. Stock des D-Baus ist bereits erlangt. Und nun darf ich auch noch in königlicher Manier unseren Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Zumindest bin ich jetzt erstmal für den frischen Wind hier verantwortlich und hoffe nicht in Kürze einer konservativen Erkältung oder Zensurgrippe zu erliegen. So, aber da mein Feierabend mir eben schon freundlich zugewunken hat und man das neue Jahr nicht direkt mit übertrieben viel Arbeit beginnen sollte, werdet ihr sicher Verständnis dafür haben, wenn ich ihn nicht enttäuschen möchte und euch vorerst „Hasta la vista!“ …ach Mist! Nicht schon wieder…Also gut, einfach bis nächste Woche!

Maria

Media meets Audio und v.v.

CLea am Dienstag, den 17. Juni 2008

Wieder einmal haben wir den Radio Day erfolgreich hinter uns gebracht, und ich muss ganz ohne Übertreibung anmerken: Es war einer der besten seit Radiogedenken. Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass wir so viele Programmmacher wie nie zuvor in unserer AS&S Radio-Lounge zu Gast hatten. Beinahe alle Wellenchefs der öffentlich-rechtlichen zahlreiche Programmdirektoren unserer privaten Mandanten haben sich in unseren Senderwelten zu den Themen “Musik”, “Wort, “Zukunft” und “Wirkung” getummelt, standen Kunden, Journalisten und anderen interessierten Besuchern Rede und Antwort und haben entscheidend dazu beigetragen, mit uns zusammen den Beweis anzutreten, dass die Zukunft von Radio in Content und Relevanz liegt. Unsere Programmkollegen haben ein klares Bild davon, wie ihre Produkte auch in den nächsten zehn, zwanzig Jahren Hörer und Nutzer begeistern. Drei von ihnen, Jan Weyrauch (you fm), Stefan Warbeck (Fritz) und Eric Markuse (Sputnik) haben auf der Bühne im Audiomax des Radiokongresses ihre Vision von der Radiozukunft mit über 300 Menschen geteilt. Einen kleinen Eindruck, wie sich das anhörte gibt’s hier.

Schicke Fotos vom radioday, der AS&S Radio Lounge und der sensationellen Radio-Party sind hier zu bewundern.

Alle weiteren Inhalte, die wir unseren Besuchern im Rahmen des Radio Day angeboten haben, wie zum Beispiel das achtteilige Podcast-Kompendium “AS&S Radio-Wissen” werden in den nächsten Tagen ebenfalls hier im radio.blog zu finden sein.

AS&S Radio-Club on Tour in Hamburg

CLea am Montag, den 31. März 2008

RCOT Hamburg 

Am vergangenen Donnerstag feierte der AS&S Radio-Club on Tour Premiere in Hamburg. Moderator Volker Wieprecht, Keynoter Norbert Grundei von N-Joy, die Sprecher der Lauscherlounge Berlin (unter anderen Oliver Rohrbeck, Detlef Bierstedt und Tobias Kluckert) und natürlich die Kollegen von AS&S Radio haben 130 geladenen Gästen ihre Vision vom Radio der Zukunft nahe gebracht. Damit auch Sie, die Sie möglicherweise nicht teilnehmen konnten, keinen Wort und keinen Ton verpassen müssen, haben wir die Veranstaltung mitgeschnitten. Viel Spaß!

Hören Sie bitte hier.

Weitere Bilder gibt’s hier.

Trendforscher

CLea am Montag, den 18. Februar 2008

Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal einem Trendforscher begegnet sind. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wahrscheinlich eher nicht. Denn so eine Begegnung vergisst man nicht so schnell. Ich für meinen Teil hatte in den letzten Monaten das Vergnügen, mich mit einer ganzen Handvoll Trendscouts, Zukunftsforschern, Future-Consultants, Think-Tank-Theoretikern und anderen gut bezahlten Studienschreibern zu beschäftigen. Glücklicherweise haben all diese Begenungen nacheinander und nicht gleichzeitig stattgefunden, so dass mir ein vorschnelles “Tilt” erspart blieb.

Trendforscher sind Menschen, die sich in der Regel mit der Zukunft der Gesellschaft und im speziellen Fall mit der Zukunft der Medien beschäftigen. Sie reden von Technology-Merge, Zielgruppenfragmentierung, webby Usability, postmateriellen Digital-Eliten und Schwarmwissen. Letzteres kennen wir alle: Wenn man einen Terminator trifft, sollte man ihn schleunigst in einen Bottich mit kochendem Stahl schubsen. Alle anderen mehr oder minder rätselhaften Ausdrücke sollen den Weg beschreiben, der uns dahin führt, dass der erste multimediale T2000 das Licht der Welt erblickt, um über eben jene die Herrschaft zu erringen.

Spannend wird’s eigentlich erst, wenn man alle diese aus Sekundärquellen und CATI-Interviews zusammengetragenen Weisheiten in einem 500 Seiten starken Berichtsband auf den Tisch geknallt bekommt. Da stehen dann solche Sätze wie: “TV- und Radionutzung werden durch die weitere Penetration mit breitbandigen Internetanschlussen in den nächsten Jahren einen tiefgreifenden Wandel erfahren.” Oder: “Der Konsument wird zum Nutzer, der sich aus der Lean Back-Position in die Rolle des Protagonisten in seiner interaktiven Medienwelt begibt.” Noch besser: “Die fortschreitende Fragmentierung der Zielgruppen, die letzten Endes zu einer Erosion des Mainstreams führt, und die anytime-anywhere-Mentalität gerade der jungen Bildungseliten gepaart mit der rasanten Entwicklung von Multichannel-Handheld-Receivern nötigt die klassischen Medienhäuser neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Personalisierung, dem Wunsch nach Zeitsouveränität und Interaktion sowie denkbaren neuen Abrechnungsmodellen Rechnung tragen.”

Unten rechts auf der beiliegenden Rechnung steht dann: 50.000 € netto, zzgl. 19% Mwst.

Mensch, was ein Schnäppchen. Ganz ehrlich:

1. Ich verstehe nicht, warum man Studien betreiben muss, um 500 Seiten Schwarmwissen anzuhäufen.

2. Es ist ja schön, wenn man sich in seinen Ansichten bestätigt fühlt, aber das kann ich beim abendlichen Bier auch gratis haben.

3. Wer erzählt mir denn jetzt eigentlich, welcher Content genau interaktiv und zeitsouverän genutzt wird? Ist es nicht nach wie vor die Qualität der Inhalte, die in jeder wie auch immer fragmentierten Gesellschaft über Erfolg und Misserfolg eines Angebots entscheidet? Wo nehmen wir neuerschlauten Zukunftsmarketeers die schmackhafte Füllung für all diese wohlklingenden aber fadschmeckenden Worthülsen her?

4. Mein Tipp als Hobby-Future-Consultant: Endlich wieder (oder wahlweise weiterhin) qualitativ hochwertigen, relevanten Content produzieren und alles wird gut. Der lässt sich dann nämlich auch vermarkten, weil er genutzt wird.

Radio – Generation Zukunft

Lutz Kuckuck am Mittwoch, den 12. Dezember 2007

Lutz Kuckuck„Mit Radio erreichen Sie immer die Richtigen. Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“So lautet der Claim unserer aktuellen Imagekampagne pro Radio. Diese Schlüssel-Botschaft gilt nicht nur heute sondern auch ganz besonders in der konvergenten Medienwelt von morgen.  

Die aktuelle JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest kommt zu dem Resultat, dass Radio seine Position bei den Jugendlichen durch die Nutzung der vielfältigen digitalen Empfangswege und -möglichkeiten deutlich stärken wird. Radio entwickelt sich durch die neuen Nutzungswege und -formen immer mehr zum Audioallrounder. Audio, verstanden als alle digitalen Facetten und Verbreitungsformen von Radio, gewinnt in der konvergenten Medienlandschaft deutlich an Relevanz. Warum? Das tägliche Medienzeitbudget ist begrenzt. Die Folge: Mit zunehmendem Medienangebot steigt die parallele Nutzung, die aufmerksamkeitsgerichtete hingegen sinkt. Kein Medium eignet sich für die Parallelnutzung und damit zur Tagesbegleitung besser als Radio bzw. Audio.  

Neben seiner bekannten Rolle als unverzichtbares Reichweitenmedium wird Radio/Audio künftig auch als Individualmedium eingesetzt. Mit Webradios und Podcasts gehen Radio-/Audioangebote an den Markt, die sich nur an wenige Hörer wenden können, mit vertiefenden Hintergrundinfos oder Special Interests. Über solche Nischenangebote erreichen Werbungtreibende ihre Zielgruppe ohne Streuverlust, mit einem entsprechend höheren TKP. Die Hörer bewerten die Programmbausteine, innerhalb der Communities tauschen sich die Mitglieder untereinander aus. Die Anbieter wissen immer besser, was die Hörerschaft wünscht.  

Das Radio von morgen „denkt“ weiter und stellt – bei Bedarf – aus den Kenntnissen über die Interessen und Vorlieben des einzelnen Hörers zusätzliche und ganz individuelle Angebote zusammen, die jederzeit abgerufen werden können. Künftig erledigt eine Software die Zusammenstellung des eigenen Programms, Sensoren helfen, die verschiedenen Senderangebote, Podcasts oder Musiktitel passend zur Gemütsverfassung abzuspielen und einzusetzen. Zusatzdienste wie Bildinformationen sind ebenso normal wie Interaktivität und direkte Bestellfunktionen.  

Angebote der Werbewirtschaft können somit ganz gezielt an eine Käufergruppe versendet werden, die auf Grund ihrer Aktivitäten oder ihrer momentanen geografischen Position für bestimmte Themen besonders empfänglich sind. Das steigert die Attraktivität des Programms, und die Wahrnehmung einer Werbebotschaft wird von der Zielgruppe als besonders positiv empfunden. 

PS: Was die digitale Radiowelt der Werbewirtschaft bietet, haben wir auch in einer anschaulichen, unterhaltsamen Video-Soap dargestellt. Hier einen Blick in die Zukunft werfen: http://www.radiozentrale.de/site/590.0.html

Gastblogger in der KW 50

CLea am Freitag, den 7. Dezember 2007

Sensationell: Lutz Kuckuck wird uns in der kommenden Woche einen Gastbeitrag posten. Der Geschäftsführer der Radiozentrale schreibt im radio.blog ein paar Zeilen zur Zukunft des Mediums. Wie wird es aussehen? Was kann es? Warum brauchen wir es in den kommenden Jahren noch notwendiger als zuvor? Die Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt’s Donnerstag früh hier im radio.blog. Also: Jetzt RSS-Feed abonnieren, um definitiv nichts zu verpassen oder am Donnerstag früh einfach noch einmal vorbeischauen.

By the way: Am Fuß der Seite gibt es jetzt für alle Mister Wong-Nutzer einen Bookmark-Button…

Screening Radio 2012 – Trends, Szenarien und Businessmodelle

CLea am Montag, den 19. November 2007

Die Radiozentrale hat mit Hilfe einiger Mitgliedsunternehmen eine Umfrage zur Zukunft von Radio aufgesetzt. Sie trägt den klangvollen Titel ”Screening Radio 2012 – Trends, Szenarien und Businessmodelle” und läuft von jetzt an bis zum 30. November 2008. Unter dem folgenden Link gelangen Sie zum Fragebogen, der in etwa 20 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Die Radiozentrale und auch wir, die wir unseren bescheidenen Beitrag bei der Entwicklung der Studie leisten durften, würden uns freuen, wenn Sie die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. Bedenken Sie bitte: Ihre Meinung als Hörer und Anwender ist gefragt – nicht ihre Wünsche als Radio-/Mediaprofi!

Also: Klicken Sie auf das Banner und helfen Sie uns, ein etwas deutlicheres Bild der Hörfunkzukunft zu zeichnen. Danke!

 

 

 

 

 

Trendsetter

CLea am Freitag, den 9. November 2007

Voller Begeisterung habe ich an den letzten beiden Tagen festgestellt, dass AS&S Radio-Geschäftsführer Achim Rohnke den Sprachgebrauch der Radiobranche offensichtlich nachhaltig geprägt hat. Nachdem er in unserer Pressemitteilung zum Radio Day 2007 den Weg der AS&S Radio vom Radio- zum Audiovermarkter beschrieben hat, sind seine Worte sprichwörtlich in aller Munde. Gestern und vorgestern in München audiote es von allen erdenklichen Seiten, dass es nur so eine Freude war. Radiomacher, Berater, Vermarkter, Zukunfts- und Marktforscher, Onliner, Podcaster, Nörgler und Gesundbeter haben plötzlich ”Audio” als die Zukunft von Radio identifiziert.

Bliebe uns eigentlich nur “Herzlichen Glückwunsch” zu sagen und zu der – wenn auch etwas späten – Erkenntnis zu gratulieren, wäre da nicht dieses leichte Zwicken in der Magengegend: Unsere Idee von Audiovermarktung war ursprünglich nicht, einen Hype zu kreieren, der Sales Forces landauf landab dazu veranlasst, ihren alten Wein in neue Schläuche zu schütten, sondern vielmehr die, eine ernsthafte Auseinandersetung mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen für die Vermarktung in Gang zu bringen. Die einfach dahergeplapperte Erklärung ”jo, in Zukunft,  is des jo eh alles Audio” scheint derzeit jedoch auszureichen, um eine ebensolche im Keim zu ersticken.

Vorschlag zur Güte: Wir machen erst einmal und zeigen, was wie funktioniert. Wenn die anderen auch weiterhin so brav nachziehen, führen wir Podvertising, Customized Podcasting und Webradio-Werbung  mit Sicherheit zusammen zum Erfolg. Als erster Schritt in Richtung Werbemodelle der Zukunft wäre das schon gar nicht mal so schlecht, und wenn’s hilft, machen wir natürlich gern weiter das Tempo.

Wochenendgedanken 1

CLea am Sonntag, den 4. November 2007

“Die Vorteile dieser neuen Wellen für den Hörer stellen zugleich eine Gefahr für etablierte Sender dar: zeitunabhängiges Hören, keine Reichweitenbeschränkung und damit weltweite Empfangbarkeit.” Diesen Satz lese ich gerade im Programmheft der Medientage München. Gemeint sind Internet-Radios oder, um die besagte Publikation weiter zu zitieren, “eine Flut neuer Internet-Radiosender”.

Jetzt beschäftigen wir uns bei AS&S Radio schon eine ganze Weile mit Webradios und arbeiten und diskutieren auf diesem Gebiet mit vielen kompetenten Partner, und ja, Live-Streams im Netz sind ein hochspannender Verbreitungsweg für Hörfunk. Aber: Sind die oben genannten Attribute “Zeitsouveränität und weltweite Verbreitung” tatsächlich die USPs von Webradio. Ich denke nicht:

1. Warum ist die Nutzung eines Livestreams zeitunabhängig? Nach meinem Verständnis ist ein Webradio ebenso linear wie ein terrestrisches. Zeitsouveränität entsteht durch Aufnehmen und späteres Abspielen des Programms. Ob dieses analog oder digital übertragen wird, macht in dem Fall keinen Unterschied.

2. Ich frage mich, wie ein privater Webradiomacher uneingeschränkte, weltweite Reichweite bezahlen soll. Gesetzt den Fall, er würde tatsächlich Zugriffszahlen generieren können, die in die Nähe von Nutzungszahlen klassischer Radiosender kommen, wäre er sicher nach ein bis zwei Stunden pleite.  Die sinnvollste Möglichkeit, die exorbitant hohen Streamingkosten zu kompensieren ist die Werbefinanzierung. Hier werden aber Kontakte im nicht deutschsprachigen Ausland schwerlich zu kompensieren sein.

Ich denke, die große Chance von Webradio liegt in der Nische. Hier geht es nicht um Reichweite, nicht darum AC-Formate ins Netz zu überführen und den terrestrischen Programmen Konkurrenz zu machen, sondern darum, Inhalte für spitze Zielgruppen zu übertragen. Und warum? Weil es bezahlbar ist und weil neue Special Interest-Formate Begehrlichkeiten wecken und Triebfeder sind für den Verkauf von Empfangsgeräten. Wären alternative Formate im DAB finanzierbar und/oder von den handelnden Personen gewünscht gewesen, hätten sie der Technologie zum Durchbruch verholfen. Doch das ist ein anderes Thema.

Da das Internet in erster Linie ein Long Tail-Medium ist und erfolgreiche Geschäftsmodelle (siehe Google) den Mainstream den reichweitenstarken Massenmedien überlassen, wird sich ein erfolgreiches Webradio darum bemühen “anders” zu sein und die Nutzer abzuholen, die in der klassischen Hörfunklandschaft kein Zuhause (mehr) haben. Sender wie You FM oder Sputnik haben sich folgerichtig dafür entschieden, das einfach selbst zu besorgen und ihr Produkt durch den Launch von Spartenkanälen im Internet zu diversifizieren.

Internetradio ist keine Gefahr für klassisches Radio, sondern eine Chance. Eine Chance, die eigene Produktpalette zu erweitern, über einen vergleichweise kostengünstigen Übertragungsweg neue Hörer zu erreichen und sich im digitalen Konkurrenzumfeld zumindest schon einmal zu orientieren. Denn eines ist klar: Radio wird digital und tritt damit automatisch in den Wettbewerb mit Anbietern, die sich bereits länger in der Welt der “absoluten Konvergenz” bewegen und sich entsprechend intensiver mit den einhergehenden Geschäftsmodellen auseinandergesetzt haben. Spartenkanäle im Internet sind kleine Forschungs-U-Boote, die uns wertvolle Daten über diese neue Welt liefern können. Gleichzeitig eröffnen sie uns neue Erlösmodelle im Long Tail und können so die “Zehen” eines neuen Standbeines werden. So wie ehemals reine Internetanbieter immer stärker in die klassischen Medien drängen, müssen wir uns mit mehr Selbstsicherheit und höherer Geschwindigkeit in die Internetwelt einmischen. Am Ende gibt es wieder nur ein Universum, in dem sich die durchsetzen, die die besseren Angebote machen. Ob die Gewinner aus den neuen oder den alten Medien kommen werden, ist noch völlig offen. Nur eines ist klar: Die die jetzt schlafen, werden sicher nicht dabei sein.

Wenn Strahlen strömen

CLea am Montag, den 29. Oktober 2007

Jeder, der sich über die Zukunft unseres Lieblingsmediums Gedanken macht, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem er sich fragt, ob das, was in unseren Köpfen und im weltweiten Netz nach und nach Konturen annimmt, überhaupt noch guten Gewissens als Radio bezeichnet werden darf. Podcast, audio-on-demand-service, personal audio, online-jukebox, social music network, interactive webradio – Musikdienste im Internet haben viele Namen. Manchmal taucht das gute, alte, zweisilbige Radio sogar noch darin auf – zumindest in Kombination mit “Web” oder “Internet”.  Ob das alles überhaupt noch was mit Hörfunk im herkömmlichen Sinne zu tun hat, lässt sich pauschal schwerlich beantworten. Nähern wir uns der Fragestellung jedoch von rein sprachlicher Seite, fällt uns die Lösung quasi in den Schoß:

Radio ist der Ablativus separativus singular des schönen lateinischen Wortes “radius” und beantwortet als solcher die Frage nach dem “woher”. Radio bedeutet also “von dem Strahl” und bezeichnet ein Gerät, mit dem man Rundfunksendungen empfangen kann. Unabhängig davon, dass man die Kiste korrekterweise “unda” benannt hätte, da wir Hörfunk im Volksmund ”von der Welle” und nicht etwa “von dem Strahl” empfangen, kann diese Bezeichnung für das, was wir in Zukunft mit den Ohren konsumieren, sicherlich nicht mehr zeitgemäß sein. Audio kommt demnächst entweder per Stream (engl. “Strom”) oder wird zur späteren Anwendung als MP3- Datei heruntergeladen. Hätten wir also bei der Namensfindung für das adäquate Empfangsgerät in altbewährter Manier die Lateiner und nicht die WWWeisen in Palo Alto konsultiert, hieße es heute schlicht “amni” (lat. “von dem Strom”) und nicht Windows Media-, Real-,Quicktime-Player oder gar iTunes.

Und so wird uns wieder einmal vor Augen geführt, dass das Internet vieles einfacher macht, aber sicher nicht die Sprache. Dem Hörfunk wird es indes egal sein, wie man ihn ruft. Podcast, Amni, Unda, Livestream – wie auch immer. Möglicherweise behält ja auch eine kleine Gruppe Potsdamer Propheten recht, und Radio heißt in Zukunft einfach nur Fritz.

clea


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