Monatsarchiv für Dezember 2007

Robi, Volli und die Grippnffow

Wieprecht am Donnerstag, den 20. Dezember 2007

Robert und Volker23.12. Volker beim Zahnarzt

Heute morgen war ich beim Zahnarzt. Hotte bohrt, wie ein Erdmännchen wühlen kann: gründlich, tief, fünf Mal so schnell. Und es tut nie weh. Aber seine Schnelligkeit hat einen Preis: Er will reden, informiert werden, an meinem Leben teilnehmen. Also will er wissen, was ich Heiligabend mache. Mit sieben Tampons und einem Speichelsauger dick wie ein Pinscherbein im Mund sage ich:

“Üsch chände.”

“Watt machste?”

“Chänden!”

“Aaach, senden! Sach dat doch! Watt sendeste denn?”

Es dauert ein wenig, bis ich ihm bei vollem Speicheltidenhub erklärt habe, dass ich mit einem seiner anderen Patienten seit Jahren eine gemeinsame Radiosendung bei Radio EINS habe: die Krippenshow.

Er setzt die Modellierpaste ab und erklärt, dass seine Familie Jahr für Jahr um 15.00 Uhr den Baum schmücke. Dabei brauche er die entsprechende Geräuschkulisse. Zuverlässiges, bewehrtes Klangmaterial, kein neues Gedöns. Ob er sich denn da auf mich und meinen Partner verlassen könne, dass da auch tüchtig was rausgeblasen würde an “Oh Tannenbaum” und “Stille Nacht”?

Während ich spülen darf, erkläre ich ihm, dass wir das nicht spielen würden. Eigentlich sei Weihnachten im Radio sowieso wie die 80er Jahre. Irgendwie kalt, neonmäßig, ein bisschen abgefuckt und nicht sehr abwechslungsreich. Ich lüge, damit er nicht auch noch auf die Idee kommt, in der Sendung anzurufen. Außerdem gäbe es auch nur zwei Weihnachtslieder, die wirklich spielbar seien. “Last Christmas” und “Do They Know It’s Christmas”…

23.12. Zwei Türen weiter: Robert

Ich habe vor Weihnachten immer das Gefühl, zu kurz zukommen. Beginnt schon beim Zahnarzt. Während bei Volker gebohrt wird bis der Zahnschmelz glüht – ich kann Volker ja im Nebenzimmer brüllen hören – blättere ich noch gelangweilt in den Zeitschriften.

Es wäre schön, wenn wir zu Weihnachten mal wieder alte, echte Weihnachtslieder spielen würden, nicht nur das moderne Zeug. Nicht schon vormittags, aber nachmittags so ab 15.00 Uhr, wenn die meisten Hörer beginnen, die Bäume zu schmücken. Es gibt so viele gute Weihnachtslieder, aber die meisten Sender kennen wohl maximal zwei. In der Krippenshow werde ich mit Volker mal darüber sprechen.

Heute macht es keinen Sinn. Mit der Ober- und Unterkieferprothese kann er kaum sprechen.Volker hat mich auf Knien angefleht, ihn abzuholen, da er nach den vielen Spritzen nicht mehr Autofahren kann. Als Hotte ihn reinschleift, sieht Volker schlimm aus; ich kann nicht verstehen, was er sagt.

Der Zahnarzt erzählt mir, wie er und seine Familie zu Heiligabend in Altenheimen die Bescherung organisieren. Ich bin tief beeindruckt – Volker denkt immer nur an seine Geschenke. Trotzdem tut er mir leid, sein Mund ist geschwollen und die Prothesen sitzen leicht schief. Speichel hängt im Mundwinkel. Ich werde ihm eine elektrische Zahnbürste zu Weihnachten schenken.

24.12. Im Studio

Die Hörer sind begeistert! Volker muss übersetzt werden. Selbst ich kann ihn kaum verstehen.

“Pfröhliche Pfeinachten und pfillgomn in der Grippnffow!”

Die Prothese wackelt gefährlich im Mund, aber er ist in seinem Element. Die weihnachtliche Rampensau Volker moderiert mit mir die Krippenshow. Ab 15.00 Uhr singen wir gemeinsam Weihnachtslieder, die niemand verstehen kann. Der Zahnarzt ruft an und ist begeistert und verspricht Volker drei kostenlose Inlays. Auf Grund der ARD-Statuten lehnt Volker zwei Inlays ab. Volker verschenkt seine Unterkieferprothese an eine 15-jährige Hörerin. Ich schenke Volker eine elektrische Zahnbürste. Es ist wahrscheinlich die schönste Heiligabendshow in Berlin und Brandenburg.

Irgendjemand bittet uns alles aufzuschreiben.

Hier bitte: Fröhliche Weihnachten!

radio.blog macht Urlaub

CLea am Mittwoch, den 19. Dezember 2007

In der ersten und zweiten Woche des neuen Jahres macht der radio.blog Urlaub. Er wird zwar nicht verreisen, sich aber mal ordentlich ausschlafen und somit darauf verzichten, sich zu aktualisieren. Nach dem sensationellen Gastbeitrag der Kollegen Wieprecht und Skuppin, den die beiden morgen früh posten werden, gibt’s bis zum 7. Januar keine neuen Einträge mehr.

Unsere Empfehlung: In dieser Zeit das Internet meiden, um nicht Gefahr zu laufen, unseriösen Angeboten auf den Leim zu gehen, die die Abwesenheit des radio.blogs nutzen, um sich Ihre Gunst zu erschleichen. Einfach mal den Rechner auslassen, einen kleinen Spaziergang am Strand oder im Wald machen, bei schlechtem Wetter die neue Krawatte probebinden oder den zu kleinen Ring umtauschen.

In der dritten KW wird dann wieder alles gut: Krawatte zu Hause lassen, ins Büro fahren, Rechner einschalten und Neuigkeiten im radio.blog lesen. Bis dahin wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Radio Tatort

CLea am Montag, den 17. Dezember 2007

Eine passendere Überschrift für diesen kurzen Hinweis wäre eigentlich ”Warum ich es liebe, beim Radio zu arbeiten”. Einer der Gründe verbirgt sich hinter dem folgenden Link. Merke: Radio kann immer wieder Innovationen hervorbringen und positiv überraschen. Nicht nur mit Meldungen zu neuen Vermarktungsformen und technologischen Entwicklungen, sondern mit einzigartigem Content und dessen zeitgemäßer Verbreitung. Als Hörspielfan habe ich einen kleinen Satz mit dem Bürostuhl gemacht, als ich die Meldung im AS&S-Ticker las. Als jemand, der sich mit neuen Formen der Radioverbreitung und -vermartkung beschäftigt, freue ich mich über Weitblick und Mut der Verantwortlichen: Kostenfreie On-Demand-Verbreitung ist die Zukunft! Ein funktionierendes Gechäftsmodell gibt’s ja bereits – zumindest für private Anbieter….

http://web.ard.de/radiotatort/

Weihnachtsgäste

CLea am Freitag, den 14. Dezember 2007

In den Kalenderwochen 51 und 52, also der direkten Vor- und Nachweihnachtszeit schreiben natürlich wieder zwei Gastblogger hier im radio.blog. Aber: Sie schreiben nicht zwei-, sondern gemeinsam einen Artikel, sind somit auch nicht auf zweien, sondern einem Foto abgebildet und werden Weihnachtsfreunde und -hasser sicher nicht einen, sondern eher entzweien. Meine Freude könnte größer nicht sein, die Sensation ist perfekt, ein neuer Internetleuchtturm ist geboren: Ab nächste Woche steht hier im radio.blog die schöne AS&S Radio-Weihnachtsgeschichte meiner persönlichen Lieblingsmoderatoren Volker Wieprecht und Robert Skuppin. Bekanntermaßen kommen die beiden nicht etwa von Radio ZWEI, sondern von Radio EINS, moderieren die Sendungen “Der Tag” (Montag bis Donnerstag 16 bis 19 Uhr) und “Die schöne Woche” (Freitag 13 bis 18 Uhr) und machen das recht ordentlich. Ob sie auch einen schönen Blogbeitrag schreiben können, wird sich erst zeigen…am kommenden Mittwoch.

Tabeas letzter Vorhang

Rosenow am Freitag, den 14. Dezember 2007

Am 1. Februar 2008 startet im Internet auf MYPODY.DE der Krimi-Podcast „Tabeas letzter Vorhang”. In über 20 Folgen, die wöchentlich auf der Webseite neu veröffentlicht werden, entwickelt sich eine spannende Geschichte um den rätselhaften Tod einer Theaterschülerin. Der Krimi wurde ausschließlich für die Verbreitung im Internet produziert. Mit Anbindung an den klassischen Hörfunk stellt dieser Content jedoch eine interessante Hintergrundkulisse für die erweiterte Form von Hörfunk- und Podcastsponsoring dar. Erstmals ist es so möglich, sich als Werbepartner exklusiv in einer Programmumgebung mit fester Laufzeit und abgeschlossenem Rahmen zu präsentieren. Die Einbindung des Sponsors findet im Vor- sowie im Abspann statt. Klassische Funkspots auf Sendern des AS&S Radio-Portfolios verweisen auf den Podcast. Durch die Anbindung von MYPODY.DE an itunes und bis zu zehn weitere Podcastverzeichnisse findet eine breite Streuung des Inhalts im Netz statt. Interessiert? Mehr Informationen bekommen Sie hier.

Radio – Generation Zukunft

Lutz Kuckuck am Mittwoch, den 12. Dezember 2007

Lutz Kuckuck„Mit Radio erreichen Sie immer die Richtigen. Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“So lautet der Claim unserer aktuellen Imagekampagne pro Radio. Diese Schlüssel-Botschaft gilt nicht nur heute sondern auch ganz besonders in der konvergenten Medienwelt von morgen.  

Die aktuelle JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest kommt zu dem Resultat, dass Radio seine Position bei den Jugendlichen durch die Nutzung der vielfältigen digitalen Empfangswege und -möglichkeiten deutlich stärken wird. Radio entwickelt sich durch die neuen Nutzungswege und -formen immer mehr zum Audioallrounder. Audio, verstanden als alle digitalen Facetten und Verbreitungsformen von Radio, gewinnt in der konvergenten Medienlandschaft deutlich an Relevanz. Warum? Das tägliche Medienzeitbudget ist begrenzt. Die Folge: Mit zunehmendem Medienangebot steigt die parallele Nutzung, die aufmerksamkeitsgerichtete hingegen sinkt. Kein Medium eignet sich für die Parallelnutzung und damit zur Tagesbegleitung besser als Radio bzw. Audio.  

Neben seiner bekannten Rolle als unverzichtbares Reichweitenmedium wird Radio/Audio künftig auch als Individualmedium eingesetzt. Mit Webradios und Podcasts gehen Radio-/Audioangebote an den Markt, die sich nur an wenige Hörer wenden können, mit vertiefenden Hintergrundinfos oder Special Interests. Über solche Nischenangebote erreichen Werbungtreibende ihre Zielgruppe ohne Streuverlust, mit einem entsprechend höheren TKP. Die Hörer bewerten die Programmbausteine, innerhalb der Communities tauschen sich die Mitglieder untereinander aus. Die Anbieter wissen immer besser, was die Hörerschaft wünscht.  

Das Radio von morgen „denkt“ weiter und stellt – bei Bedarf – aus den Kenntnissen über die Interessen und Vorlieben des einzelnen Hörers zusätzliche und ganz individuelle Angebote zusammen, die jederzeit abgerufen werden können. Künftig erledigt eine Software die Zusammenstellung des eigenen Programms, Sensoren helfen, die verschiedenen Senderangebote, Podcasts oder Musiktitel passend zur Gemütsverfassung abzuspielen und einzusetzen. Zusatzdienste wie Bildinformationen sind ebenso normal wie Interaktivität und direkte Bestellfunktionen.  

Angebote der Werbewirtschaft können somit ganz gezielt an eine Käufergruppe versendet werden, die auf Grund ihrer Aktivitäten oder ihrer momentanen geografischen Position für bestimmte Themen besonders empfänglich sind. Das steigert die Attraktivität des Programms, und die Wahrnehmung einer Werbebotschaft wird von der Zielgruppe als besonders positiv empfunden. 

PS: Was die digitale Radiowelt der Werbewirtschaft bietet, haben wir auch in einer anschaulichen, unterhaltsamen Video-Soap dargestellt. Hier einen Blick in die Zukunft werfen: http://www.radiozentrale.de/site/590.0.html

Gastblogger in der KW 50

CLea am Freitag, den 7. Dezember 2007

Sensationell: Lutz Kuckuck wird uns in der kommenden Woche einen Gastbeitrag posten. Der Geschäftsführer der Radiozentrale schreibt im radio.blog ein paar Zeilen zur Zukunft des Mediums. Wie wird es aussehen? Was kann es? Warum brauchen wir es in den kommenden Jahren noch notwendiger als zuvor? Die Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt’s Donnerstag früh hier im radio.blog. Also: Jetzt RSS-Feed abonnieren, um definitiv nichts zu verpassen oder am Donnerstag früh einfach noch einmal vorbeischauen.

By the way: Am Fuß der Seite gibt es jetzt für alle Mister Wong-Nutzer einen Bookmark-Button…

Customized Podcasting

Rosenow am Freitag, den 7. Dezember 2007

Jens RosenowAls der US-Hersteller Apple am 23. Oktober 2001 ein kleines, weißes Gerät mit wenigen Tasten und einer Festplatte mit sagenhaften 5 GB Speicherkapazität der Weltöffentlichkeit vorstellte, war die Reaktion verhalten: die Medienkonsumenten hatten die Regale voller CDs und hörten Radio oder sahen fern – was vor knapp 2 Jahren begann, kam einer Revolution gleich – und Podcasting hat sich als neues Medium etabliert. 

Podcasting wirkt zielgerichtet – das bedeutet: nahezu 100% Aufmerksamkeit und Übereinstimmung mit den Interessen des Konsumenten. Und das sind genau diejenigen Eigenschaften, die man sich für die Platzierung von Werbebotschaften wünscht. Keine Streuverluste – es wird durch die Selektion nur der erreicht, der erreicht werden soll (…und will). 

Customized Podcasting nutzt das neue Verbreitungsprinzip gezielt. Dabei entstehen Podcasts, die redaktionell hochwertig aufbereitet sind und als „Radio on Demand“ ein Produkt so in den Mittelpunkt stellen, wie es mit keinem Hörfunkwerbespot je möglich wäre. Doch ein customized Podcast ist auf keinen Fall ein Dauerwerbespot mit 10 Minuten Länge. Es ist vielmehr eine zehnminütige Radiosendung mit Moderation, Reportageelementen, Musik, Gewinnspielen, Hörercalls, etc. Die Grenzen zwischen Werbung und Information werden gezielt aufgehoben. Am Ende steht ein Podcastprodukt, das informiert, unterhält und obendrein viralen Charakter hat. Richtig platziert im Internet kann er weiterverlinkt, weitergemailt oder weitergegeben werden. Die Streuung und Verbreitung findet dabei für den Werbeauftraggeber kostenlos statt – und auch hier gilt: es wird nur das weiterempfohlen, was gut, nützlich und für den Empfänger interessant ist.Die Wirkungsweise von Podcasting bleibt also stets bestehen und macht das neue Medium als Ergänzung von Radio so überaus lohnenswert und spannend. 

Jedoch macht es keinen Sinn, einen customized Podcast inmitten der Webseite des Produktherstellers oder Werbepartners zu präsentieren. Der neutrale und authentische Wert des Podcasts würde unmittelbar darunter leiden und User und Hörer die Zweckbindung enttarnen. Ein customized Podcast kann also nur in neutraler, redaktioneller Umgebung seine gewünschte Wirkung und Glaubwürdigkeit beibehalten. Mit der Plattform mypody.de bieten wir Ihnen genau dieses Umfeld – inkl. Anbindung an itunes, weitere Podcastdirectories und Streuung über unzählige private Webseiten.

12 Thesen

CLea am Montag, den 3. Dezember 2007

Die T-Systems hat hier ein Thesenpapier zum Download bereit gestellt, das die nach Meinung der Media Broadcast zwölf wichtigsten Voraussetzungen zur erfolgreichen Einführung von Digital Radio skizziert. Als entscheidender Faktor wird die “gezielte, massive Endgerätepenetration” genannt. Weiter sei die Konzeption neuer Programmformate, die in dem Papier tatsächlich als “die Betrachtung des Undenkbaren” bezeichnet wird, nicht ganz unerheblich für den Take Off der alten Ente DAB. Diesen neuen Formaten wird natürlich nicht von “Must-Carry-Angeboten” – so der T-Ausdruck für die bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten Radiomarken – sondern vom großen, mysteriösen Plattformbetreiber höchstpersönlich Leben eingehaucht. Alles weitere bitte selbst lesen und Meinung bilden. Solange das Thesenwerk der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung dient, kann’s ja nicht schaden…

Auch wenn ich mir zu den Themenbereichen Qualitäts-Content, journalistische Unabhängigkeit, Medienmarken usw. noch den ein oder anderen Satz mehr gewünscht hätte, stimme ich in einem Punkt sogar gerne zu. Solange es sowas hier nur für UKW gibt, wird’s mit Digital sicher noch eine Weile klemmen:

 

 

 

 

 

Unser Gastblogger in der KW 49

CLea am Montag, den 3. Dezember 2007

Sind die Einträge in den letzten Tagen auf Grund verstärkter Reisetätigkeit in der Vorweihnachtszeit durchaus etwas spärlich ausgefallen, so können wir zumindest auf die Zeilen der Zuarbeitenden zählen: Jens Rosenow, Gründer und Betreiber der Podcast-Community www.mypody.de postet in dieser Woche einen Gastbeitrag zum Thema “Customized Podcasting”. Heißt also: Wie können sich Werbungtreibende das Medium Podcast zusätzlich zur klassischen Werbeschaltung zu Nutze machen. Das klingt nicht nur spannend, das ist auch spannend. Meine Empfehlung: Morgen Nachmittag noch einmal reinschauen oder am Besten gleich den RSS-Feed abonnieren.


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